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 Nullius in Verba

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Nullius in Verba [Link] | Mi 17 Mai 2017 - 12:23
Disclaimer:
Dieser Thread basiert hauptsächlich auf meinen Meinungen und Erfahrungen. Andere Leute können andere Erfahrungen gemacht haben oder simpel anderer Meinung sein. Das ist nicht nur okay, sondern normal.
Wenn ihr meiner Meinung seid - Okay.
Wenn ihr nicht meiner Meinung seid - Auch okay.
Congratulations, you are a human being.

(Diskussionen sind gerne gesehen)

Willkommen meine Lieben.

Ihr wisst gar nicht wie lange ich das hier eigentlich schon machen wollte.
Ich habe das sicherlich schon mehrere Male angefangen und jedes Mal wieder verworfen, weil ich mir nicht sicher war ob ich das posten soll oder nicht. Und wenn ihr das jetzt lest, dann seid ihr sicherer als ich darin, ob das hier überhaupt an sein Ziel kommt.

Der Grund warum ich das hier schreibe ist relativ simpel. Ich dachte einfach mal ich mach ne kleine Kollumne, in der ich mal hier mal da über die wahnsinnig bekloppten Sachen auf der Welt rede. Ideale die verdreht werden, Ignoranz oder ähnliche Idiotien.

Mein erstes Thema ist

Von Privilegien und Opfern

Wir alle kennen es, weil wir es standardmässig in der Schule beigebracht bekommen. Menschen werden zu Opfern gemacht von Menschen mit Privilegien.

Männer unterdrücken Frauen, Weiße unterdrücken Schwarze, Reiche unterdrücken Arme, Heteros unterdrücken Schwule.
Warum ist das so und vor allem, ist das so?

Als ein Mensch, der wohl zu der privilegiertesten Schicht der Welt gehört - ein weißer, heterosexueller, cis-gender Mann - ist es mir eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass ich zu dem Thema nichts sagen darf. Ich habe überhaupt nicht das Recht zu kritisieren oder anzumerken, schließlich schaue ich ja auf alle Opfer herab.

Darf man einigen Studenten mit Fachrichtung Genderstudies glauben, dann bin ich der Teufel in Person. Das absolute, abgrundtief Böse. Dass ich so geboren wurde ist natürlich nicht meine Schuld, aber das spielt in dem Fall keine Rolle. Homosexuelle aber darf man nicht unterdrücken... die werden ja so geboren, das ist keine Wahl. Häh? Warte... wenn Homosexualität keine Wahl ist, dann ist Heterosexualität ebensowenig eine, oder?
Nicht ganz - zumindest wenn man einigen sehr energischen Leuten glauben darf.

Die beste Forderung, die ich zu dem Thema mal gelesen habe war (und das war von einer weißen Frau) "Weiße sollten keine weissen Kinder mehr in die Welt setzen, da sie nur Unterdrückung fördern. Jeder weiße Mensch hätte die Pflicht gemischtrassige Kinder zu zeugen um Rassismus und Unterdrückung ein Ende zu bereiten."

Auch von einem Freund hörte ich letztens, dass eine Bekannte etwas davon sagte, was Männer zu tun haben. Als er sie darauf hinwies, dass dies sexistisch war, antwortete diese, dass Sexismus nur etwas sei, dass von Männern auf Frauen ausgeübt wird. Nicht andersherum.

Warum denken einige Leute das? Die Antwort darauf ist so verrückt wie einfach.

Opfer sein ist Hip geworden.

Was? Outrageous! Stimmt auch. Eigentlich ist es lächerlich und wirklich schädlich, wenn Menschen sich in die Opferrolle stecken um "dazuzugehören."
Jahrtausende wäre keiner von uns auf die Idee gekommen uns absichtlich zu Opfern zu machen. Wer Opfer war, lebte gefährlich. Heutzutage allerdings (und ich sage nicht, dass das was schlechtes ist) gehören viele vermeindlich unterdrückte Schichten der Welt zu den am besten Beschützten. Man könnte fast sagen, dass es ein Club geworden ist, zu dem man nur Zugang erhält, wenn man genauso unterdrückt wird.

Und der Drang zu den Opfern gehören zu wollen, sorgt dafür, dass Leute, die nicht zu den Opfern gehören durch die Bank weg Verurteilt werden.
Wie du bist nicht LGBTI? Dann bist du engstirnig! Das führt dazu, dass junge Menschen, die "nur" heterosexuell sind anfangen, sich die bescheuertsten Sachen einfallen zu lassen, damit sie nicht ausgeschlossen werden.

Unsere Spezies besteht aus zwei Geschlechtern. Diese Geschlechter sind nicht - wie gerne behauptet wird - ein soziales Konstrukt, sondern ein biologischer Fakt. Nun kann es sein, dass man sich zu seinem Geschlecht nicht wirklich zugehörig fühlt und lieber ein anderes geschlecht wäre. Dies kann psychologische, biochemische oder soziale Gründe haben - das ist korrekt. Aber zu sagen, Frau und Mann wären ein reines soziales Konstrukt, wäre quasi zu behaupten, dass alle Menschen (as in - Homosapiens) geschlechtslos waren und nur durch ihre Sozialgruppen angefangen haben sich geschlechtlich zu unterteilen.
Selbst sogenannte natürliche Hermaphroditen sind im Kern einem der beiden Geschlechter mehr zugehörig als dem anderen (wobei das Gefühl da auch noch anderer Meinung sein kann)


Um euch mal ne Idee davon zu geben, was Menschen tun, um dazuzugehören (obwohl sie es beschreiben als 'anders sein') hier mal die Auflistung der gängigsten Geschlechterbezeichnungen auf Tumblr.

männlich, weiblich, bigender, androgyn, neutrois, geschlechtslos, intergender, drittes Geschlecht, demiboy, demigirl, non-binary, Pangeder, Epicene, genderfluid, transgender, alternativ transgender, bigender (androgyn und neutrois), bigender (drittes GEschlecht und demiboy), Demigeschlechtslos, genderfluid (intergender und neutrois), genderfluid (drittes Geschlecht und demigirl), genderfluid (androgyn und weiblich), geschlechtslos version 2, geschlechtslos (gendervoid), Demigeschlechtslos (mit drittem Geschlecht), Femme (quasi Superfemale), Butch (Supermale), Travesti und Aliagender.

Und das sind noch nicht mal alle. Zu den bescheuertsten Sachen, die ich je gehört habe gehören Dinge wie "Clawgender." Was das ist konnte mir nichtmal erklärt werden. Wichtig war nur, dass ich wusste, dass die Person das war und dass ich das richtige Pronomen genutzt habe.

Ich bin ein Mensch, der eine ganze Menge toleriert. Ich zitiere hier lose einmal South Park "Toleranz heisst, dass ihr es toleriert, nicht dass ihr es gut finden müsst. Sonst hieße es Akzeptanz ihr Arschgeigen"



Aber warum ist es so interessant zu einer Opfer-gruppierung zu gehören? Es sind quasi schutzbefohlene Gruppen. Ein Angriff - physisch, verbal oder intellektuell - auf diese Gruppen zieht den Hass der Allgemeinheit auf sich, egal wie sich das "Opfer" in der Situation verhalten hat. Nehmen wir als Beispiel mal good old "Chanty Binx" aka. "Big Red"

Chanty Binx ist eine ehemalige STudentin in Kanada, die fragwürdige Berühmtheit erhalten hat als sie Hörern einer Vorlesung für Männerrechte anfing zu beleidigen. Ihr könnt das Video problemlos bei Youtube finden. Die Männer -die vergleichsweise ruhig blieben- wurden von ihr hart angegangen und aufs gröbste beleidigt, weil sie es wagten, Gegenargumente bringen zu wollen (Zitat: "Shut the fuck up, fuckface")

Wer wurde hier als Opfer dargestellt? Natürlich Mrs. Binx

Wenige Jahre später war sie in einer Nachrichtensendung in Kanada zu sehen (mit ausgeblendetem Gesicht, aber die Beweise sind genug) in der sie darüber lamentierte, dass sie aufgrund dieses Vorfalls ständig erkannt und angesprochen werde und ihr ganzes Leben sich verschlechtert hat.

Und so passiert es überall in Amerika, aber auch hier in Europa. Ein Kommilitone von mir wurde einmal angebrüllt (ich war dabei) und fertig gemacht, weil er nicht auf Anhieb und ohne Vorwarnung erkannt hat, das jemand Intergender ist. Er hat sich sogar entschuldigt, aber das interessierte niemanden. He is just an asshole, period. Der Dozent hat der verärgerten Person sogar recht gegeben und meinen Kommilitonen gerügt.

Das ist die "desired Victim"-Rolle. Geschützt von vielen Seiten und mit dem Recht versehen, jede Art von Beleidigung nutzen zu dürfen, weil eine "Ton-Disskusion" (basically: "kann man sagen, aber bitte nicht in diesem Ton) nicht zulässig ist, wenn es um Gefühle geht.

Ein Opfer zu sein gibt einem sogar Glaubwürdigkeit über jede Logik hinaus. Anita Sarkeesian's "Feminist Frequency" hat soviele Fehler, dass jeder, der sich nur halbwegs mit dem Thema auseinandersetzt weiss, dass es Blödsinn ist. Sie wurde als so glaubwürdig angesehen, dass sie vor der UN sprechen durfte... eine Frau, die offen Sitzungen und Kurse besucht hatte, die ihr erklärten, wie man die Meinung der Massen manipuliert.
Wer an mehr Informationen interessiert ist, schaut sich einfach mal
Troy Leavitt
oder
[url=https://www.youtube.com/watch?v=5RVlCvBd21w]Christina Hoff-Sommers[url] an.



Was ist jetzt eigentlich der Sinn dieses Threads?

Es ist simpel. Ein Opfer sein ist etwas schlimmes. Opfer eines Angriffs, einer Vergewaltigung, eines Irrtums... egal was. Ein Opfer sein ist nichts was man erstreben sollte. Aber es wird immer erstrebenswerter, weil es einem anscheinend das Recht gibt gemeinen Menschenverstand aus dem Fenster zu werfen und sich zu verhalten wie der letzte Arsch.

Feminismus ist eine Bewegung von willensstarken Frauen, die sich gegen die Unterdrückung der Gesellschaft und festen Geschlechterrollen gestellt hat. Eine Bewegung die eben nicht "Frauen an die Macht" schrie, sondern "Gleichheit für alle". Immer mehr Menschen scheinen das heutzutage gerne mal zu vergessen.


Ich könnte noch Stunden weiterreden... aber je länger das wird, desto geringer ist die Chance dass hier irgendwer diskutiert XD.
Daher beende ich das mit einem Spruch aus Afrika
"If you are filled with pride, you leave no room for wisdom."

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ZA Nimai Setsuna
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Re: Nullius in Verba [Link] | Mo 22 Mai 2017 - 23:37
TL; DR.
Nein Spaß... finde ich cool, dass du dir die Mühe machst, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das hier der richtige Ort ist. Ich persönlich bin hier, weil mich hier solche Themen in Ruhe lassen.
Ich habe dazu eigentlich auch nur eine Sache zu sagen, als weiße, weibliche, in Deutschland geborene (ja, is mega wichtig!): Was ist das für ein Bullshit?!
Ich kann mit diesem Opfergehabe nichts anfangen. Schlicht weg aus einem Grund: Weil die Leute, die wirklich ein Opfer sind/waren (im Sinne von Vergewaltigung, Diskriminierung, etc... ) damit weniger ernst genommen werden. Am Ende steht da jemand "Ach ja, das ist wieder so einer" und die Leute, die dann wirklich Hilfe brauchen bekommen sie am Ende nicht.
Ich persönlich bin froh, keine Menschen dieser Geschlechter-Hype-Sache zu kennen oder irgendwie in meinem Leben zu finden und wünsche mir, dass das auch so bleibt. Ich finde Mann und Frau haben schon genug Probleme, da brauchen wir kein 3. oder 4. oder 5. Geschlecht Wink

LG

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Re: Nullius in Verba [Link] | Di 23 Mai 2017 - 16:14
Ich weiß, dass das nicht der perfekte Ort für sowas ist.
Ich mag es manchmal nur Gedanken anzustoßen. Wenn es für dich TL;DR wäre (nen Joke schon klar ;D) wäre das auch okay.
Manche Leute sind sich der bizarren Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst und manchmal hilft es einfach das offensichtliche aufzuzeigen.
Natürlich wäre es affig zu behaupten, dass der Thread hier komplett altruistisch ist. Daher sehe ich es auch ein wenig als das, was Kollumnen in der Regel sowieso sind. Rantings. ^^

Aber cool, dass überhaupt mal jemand geantwortet hat *lol*

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ZA Nimai Setsuna
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Tayoko Dosouken
Re: Nullius in Verba [Link] | Mi 24 Mai 2017 - 3:07
Zu Gender:

Also ich finde es ja sehr schwierig eine Diskussion über Feministen zu führen. Dieser Begriff wird von so vielen sich gegenseitig widersprechenden Gruppierungen benutzt die alle unter den Sammelbegriff Feminismus fallen. Allein schon über die Gender Problematik kenne ich persönlich Anhänger beider Thesen. Die radfems gehen sogar so weit, dass sie Transfrauen und Männer ablehnen mit der Begründung, dass Transfrauen nur Männer sind die die Frauen infiltrieren wollen und Transmänner nur Frauen sind die auch Privilegien haben wollen. Auf der anderen Seite haben wir tucutes die denken voidgender ist ein Geschlecht, dass sich auf die Leere des Weltalls bezieht und so etwas ein Geschlecht sein kann. Dazu kommt bei der ganzen Geschichte noch die Differenzierung zwischen sex und gender die es so im Deutschen nicht gibt. Am ehesten kann man gender mit soziales Geschlecht übersetzen und das ist ja aus Definitionsgründen schon sozial konstruiert. Wenn also jemand auf Englisch sagt "Gender is a social construct" hat man auf deutsch schnell mal "Geschlecht ist ein soziales Konstrukt". Einer der Sätze ist total schlüssig während der andere uns instiktiv widerspricht.

Zu Feminismus:

Dazu kommt auch immer, dass man die Stimmen der Extremisten stärker hört. Die die am lautesten schreien prägen das Bild. Wenn ich an Islam denke kommt mir alles in den Kopf von Terror über IS zu Syrien, aber ich denke sicher nicht an die 837 Abduls, Ahmet, Koc, Medinat, Aisha, Layla und co. die ihr Leben normal leben und irgendwo Ziegen hüten und an Unis gehen und im Foren RP mitspielen. Dadurch wird das Bild stark verzerrt. Denn für jeden ist das was anderes, selbst Feministen sind sich nicht einig. Auch wenn ich die true scotsman fallacy nicht mag wenden sie viele Feministen gegen andere an, da sich deren Definition von Feminismus nicht deckt. Daher ist die erste Frage immer, was man sich unter Feminismus vorstellt bevor man eine Diskussion darüber lostreten kann.

Zu Privilege und Victimhood:

Die Idee von social privilege hat soweit ich weiß nichts mit Einzelopfern zu tun. Es geht einfach darum, dass weiße Menschen durch ihr weiß sein bestimmte "angeborene" Privilegien, also soziale Vorteile, gegenüber nicht-weißen Personen genießen. Es geht nicht darum, das jede Person die z.B. asiatisch ist automatisch schlechter gestellt ist als jede weiße Person auf dem Planeten. Es geht einfach nur um statistische Fakten die zeigen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen als Ganzes benachteiligt/bevorteilt werden. Er werden unter anderem mehr schwarze, und Menschen südländischen "middle eastern" Aussehens für Drogendelikte mit im Schnitt längeren Haftstrafen verurteilt als weiße bei gleicher Drogenmenge. (Das gilt soweit ich weiß für die USA über Deutschland kann ich da nichts sagen, da mir da keine Statistiken bekannt sind). Schöne Menschen erhalten im Schnitt kürzere Haftstrafen und werden seltener Verurteilt als unattraktive Menschen (Stichwort Halo Effekt). Dadurch haben attraktive Menschen ein beauty privilege unattraktiven Menschen gegenüber. Das ist ja sogar biologisch begründbar. Dennoch gibt es sicher unattraktive Menschen die eine kürzere Haftstrafe bekommen als ein attraktiver Geselle. Keiner sagt weiße, oder attraktive Menschen sollen sich deswegen schlechter fühlen, sondern einfach nur, dass sie sich dieser Privilegien bewusst sein sollten und eventuell Rücksicht auf Menschen nehmen denen diese nicht zuteil werden. So verstehe ich das ganze und denke auch, dass es verständlich ist. Das was du beschrieben hast habe ich so nicht erlebt, kann es aber auch nicht verneinen, da ich dir deine Erfahrungen nicht absprechen kann und will. Wenn von mir jemand als Intergender nicht erkannt wird würde ich mich wohl nicht mal entschuldigen, sondern mich von dieser Person distanzieren. Frage am Rande: Woran erkennt man denn optisch ein Intergender?

Zu Sexismus:

Sexismus wird nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen gegen Frauen ausgeübt.(Und von clawgendern an Frauen?) Ich denke Männer können Opfer von sexistischen Rollenvorstellungen werden, ja sogar Opfer von Diskriminierung aufgrund jener Rollenvorstellungen. Sexismus an sich definiere ich aber als Bezugssystem ähnlich einer Skala anhand von positivem und negativem Sexismus. Ein Beispiel das mir gerade einfällt ist, dass das Sorgerecht oft auf die Mütter übertragen wird wenn eine Beziehung mit Kind scheitert. Auf den ersten Blick sieht das aus wie Sexismus Männern gegenüber, meiner Meinung nach handelt es sich um positiven Sexismus Frauen gegenüber. (Ist im Prinzip eher eine Definitionssache, jeder definiert Sexismus anders daher muss auch hier erst ein Mal eine Einigung gefunden werden.) Frauen sind fürsorglich, mütterlich, zuverlässig, haben "Mutterinstinkte"(ein ziemlich bedeutungsleeres Wort für mich, ohne den Bezug auf Oxytocin), sind liebevoller, haben auch Zeit um sich um ein Kind zu kümmern, da sie ja nicht Arbeiten müssen etc. etc. lauter Geschlechterklischees die Frauen in einem positiven Licht darstellen, aber auch gleichzeitig in eine Schublade stecken und nicht zwangsläufig zutreffen. Im Endeffekt leiden die Männer unter positivem Sexismus Frauen gegenüber indem sie ihre Kinder weniger häufig zu sehen bekommen und sind die Opfer. Gäbe es diese sexistischen Vorstellungen der "Mutter" nicht, würde es auch den Männern besser gehen. Meiner Meinung nach schadet Sexismus sowieso allen 72 Geschlechtern. Kleiner Scherz, jedes Kind weiß es gibt nur 71 xD.

TLDR:
Sexismus: Definitionsunterschiede wie Tag und Nacht, meine Definition:
Positiver Sexismus: Männer leiden vornehmlich darunter, Frauen durch die Klischees
Negativer Sexismus: Frauen leiden vornehmlich darunter, Männer durch die Klischees
Privilege: Definitionsunterschiede wie Tag und Nacht
Feminismus: Definitionsunterschiede wie Tag und Nacht
Clawgender: New Sexy best Gender

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ZA: Senju Eizen
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Re: Nullius in Verba [Link] | Mi 24 Mai 2017 - 13:19
Und ich hab nur bis 5 gezählt, lmao xD

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Azuka
Re: Nullius in Verba [Link] | So 28 Mai 2017 - 1:18
Wenn ich deine Worte (Mitsunari) richtig interpretiere, hattest du persönlichen Kontakt zu Studierenden der Fachrichtung Gender Studies und vielleicht sogar zu Menschen, die sich einem der "fremden" Geschlechter zugehörig fühlen. Es ist schade, dass du das Bild übermittelt bekommen hast, welches du hier weitergibst. Ich hoffe dass du das Thema damit jedoch nicht abschreibst, sondern stattdessen beschließt, dich näher damit zu beschäftigen. Andernfalls geht dir viel, viel verloren.
Ich will gar nicht bestreiten, dass es Menschen gibt, wie du sie beschrieben hast. Und glaube nicht, dass ich einigen der von dir zitierten Aussagen auch nur ansatzweise zustimmen würde! Da ist ganz schön gewagter Scheiß dabei. Leider liest man sowas immer wieder - es gibt überall Idioten.
Aber bitte, belass es nicht dabei.


"Unsere Spezies besteht aus zwei Geschlechtern. Diese Geschlechter sind nicht - wie gerne behauptet wird - ein soziales Konstrukt, sondern ein biologischer Fakt."
"Geschlecht" ist weit mehr als nur Vagina oder Penis, Eierstöcke und Gebärmutter oder Hoden. Geschlecht ist in allererster Linie das, was wir daraus gemacht haben. Wenn wir vom "Mann" sprechen, dann sprechen wir von viel mehr als nur seinem primären Geschlechtsmerkmal. Wir sprechen davon, wie "Mann" zu sein hat, was "Mann" zu können hat, was "Mann" zu mögen hat. Und was eben nicht. Wenn wir von der "Frau" sprechen, dann sprechen wir davon, wie "Frau" zu sein hat, was "Frau" zu können hat, was "Frau" zu mögen hat. Und was nicht.
Es ist kein biologischer Fakt, dass männliche Babies in Blau gekleidet werden, und weibliche in rosa. Es ist kein biologischer Fakt, dass Mädchen im Supermarkt die rosa Ü-Eier bekommen, und Jungen mit Autos zu spielen haben, und bloß nicht mit Puppen. usw.
Und das alles, das ganze Drumherum und noch viel mehr, ist nichts weiter als ein soziales Konstrukt.
Tayoko Dosouken hat das Ganze sehr viel kompakter ausgedrückt Smile

Ich gebe zu, dass mich die Fülle dieser Geschlechterbegriffe und die Begrifflichkeiten selbst teilweise stutzig werden lassen, aber ich bin der Meinung, dass ich das nicht zu bewerten habe. Wer glaubt er sei Clawgender, der soll das sein, wer glaubt er sei ein Einhorn - meinetwegen. Wer bin ich, mich darüber zu echauffieren? Kann mir doch völlig am Arsch vorbeigehen.
Wenn sich jemand mit dem, was wir aus "Mann" und "Frau" gemacht haben nicht anfreunden kann, dann sollte er das auch nicht müssen, dann soll er die Bezeichnung nehmen, die ihm gefällt. Es soll mir doch egal sein, welchem Geschlecht ein Mensch sich zuschreibt, damit tut dieser Mensch mir doch nicht weh, und schränkt mich in keinster Weise ein.

Andersherum muss dieser Mensch damit leben, auf offener Straße beleidigt oder zusammengeschlagen zu werden. Das sind die Momente, in denen es besonders toll ist, Opfer zu sein.

Entschuldige, den Satz konnte ich mir nicht verkneifen, dazu bewegt mich das Thema einfach zu sehr. Ein Freund von mir durfte das letztes Jahr noch erleben, mitten in Dortmund. Es war nichtmal nachts. Ich kann dir versprechen, dass er es nicht hip findet, Opfer zu sein. Er findet es nicht cool, seinen Lieblingsnagellack nicht mehr tragen zu können, oder seine Shorts, die er sich selbst zusammengeschnitten und mit Patches benäht hat. Und wenn er es dann doch mal tut, weil es ein besonderer Anlass ist, dann muss er mit Beleidigungen rechnen. Er macht sich immerhin selbst zum Opfer, weil er sich nicht einfach anpassen kann. Dann ist es schon okay, ihn auch so zu behandeln.
Der einzige Ort, an dem er "dazu gehört" sind manche Internetplattformen und ein Anarchistisches Buchzentrum. Auf dem Japantag wurde er auch akzeptiert, aber allein der Rückweg von dort war schon wieder unangenehm.
(Ich benutze hier das Pronomen "er" weil ihm das Pronomen egal ist.)

Dass du glaubst, Menschen suchen eine Nische zwischen Geschlechterbildern, die ihnen nicht zusagen, um irgendwo dazu zu gehören, finde ich schlimm. Ich kann nicht ausschließen, dass es solche Menschen gibt, immerhin kenne ich nicht jeden, der sich aus dem Konstrukt herauszieht. Aber du auch nicht.

Vielleicht möchtest du das auch gar nicht so sehr verallgemeinern, aber du sprichst davon, dass "Opfer sein hip ist", und ziehst als Beispiel diese Menschen heran, das erweckt diesen Eindruck der Verallgemeinerung.


"Feminismus ist eine Bewegung von willensstarken Frauen, die sich gegen die Unterdrückung der Gesellschaft und festen Geschlechterrollen gestellt hat. Eine Bewegung die eben nicht "Frauen an die Macht" schrie, sondern "Gleichheit für alle". Immer mehr Menschen scheinen das heutzutage gerne mal zu vergessen."

Ich stimme dir zu. Glücklicherweise kenne ich nur Frauen, die für die Gleichheit für Alle kämpfen. Alles andere entzieht sich auch meinem Verständnis.

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Re: Nullius in Verba [Link] | Mo 29 Mai 2017 - 19:57
Zitat :
Es ist kein biologischer Fakt, dass männliche Babies in Blau gekleidet werden, und weibliche in rosa. Es ist kein biologischer Fakt, dass Mädchen im Supermarkt die rosa Ü-Eier bekommen, und Jungen mit Autos zu spielen haben, und bloß nicht mit Puppen. usw.
Und das alles, das ganze Drumherum und noch viel mehr, ist nichts weiter als ein soziales Konstrukt.
Tayoko Dosouken hat das Ganze sehr viel kompakter ausgedrückt Smile

Da hast du mich möglicherweise Missverstanden. Ich meine, dass die Tatsache deiner primären Geschlechtsmerkmale kein Soziales Konstrukt ist. Aber genau das Behaupten einige Leute ja.
Das aus Mädchen und Jungs andere Zielgruppen gemacht werden - DAS ist natürlich ein soziales Konstrukt und da müssen wir auch tatsächlich nicht darüber diskutieren. (Obwohl wir natürlich gerne darüber diskutieren können, da die üblichen Interessen von Jungs und Mädchen durchaus einen biologischen Grund haben)



Zum Thema dein Freund:

Ja - aber genau das ist der Grund, warum ich mich über einige Leute aufrege. Es ist die Marginalisierung von Problemen durch "hip"-machen eben jener. Dein Kumpel wird mit seinen Problemen vielleicht nicht ernst genommen, weil andere Leute sich nervenderweise in ein Spotlight stellen.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass die handvoll negativer Beispiele meine Wahrnehmung beherrschen, weil diejenigen die eben nicht negativ auffallen genau die Leute sind, die keinen stören.

Beispiel - Weltweit sind nur etwa 0,5% der Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit gestraft. Tatsächlich behaupten aber 5% davon betroffen zu sein. Diese 4,5% Hypochonder sind es natürlich die mit ihrer offenen Verteufelung und "hippen" Lebensweise dafür sorgen, dass Leute bei dem Thema die Augen rollen. Die wenigen Menschen, die wirklich betroffen sind und darauf achten müssen, werden dadurch natürlich oft belächelt.

Ich habe bspw. eine Freundin, die nicht nur an einer starken Laktoseintoleranz leidet, also nicht nur den Milchzucker, sondern auch den Milcheiweiss nicht verträgt. Sie kann also nicht einmal laktosefreie Milch zu sich nehmen. Dazu wurde bei ihr vor einer Weile auch eine Fruktose-Intolleranz festgestellt. Ihre Nahrungseinschränkungen sind so unfassbar groß, dass sie ständig sagen muss "sorry, darf ich nicht." Wer sie nicht kennt rollt natürlich erstmal mit den Augen.

Zitat :
Vielleicht möchtest du das auch gar nicht so sehr verallgemeinern, aber du sprichst davon, dass "Opfer sein hip ist", und ziehst als Beispiel diese Menschen heran, das erweckt diesen Eindruck der Verallgemeinerung.

Ich habe lange darüber nachgedacht und bin auch immer noch der Meinung, dass jeder sein eigenes Glück suchen muss, aber hilft es wirklich sich in lächerliche Genderpositionen zu quetschen? Die selbe Gruppe Menschen beschwert sich über ein binäres Geschlechtersystem, ohne darüber nachzudenken was das überhaupt bedeutet.
Wenn jemand zu mir sagt "sry, ich bin non-binary" ja - dann bitte. Aber sich ein duodenary-system zu überlegen und dann zu behaupten jeden abzudecken ist genauso bescheuert, wie zu sagen, Leute können nur Mann oder Frau sein.

Es ist der unbändige Wunsch der Menschheit besonders zu sein. Menschen wollen "special" sein ... wollen zu etwas dazugehören, dass "richtiger" ist. Deshalb ist Religion immer noch so erfolgreich - besonders die Radikalen.
Schnapp dir einen Unprivilegierten Menschen. Rede ihm ein, dass er eigentlich besser ist als alle anderen und er nur deshalb im Dreck liegt, weil alle anderen die Wahrheit nicht sehen und puff - du hast Salafismus oder Children of God oder whatever
Jetzt werden es manche vielleicht übertrieben finden, Sekten mit Genderwahn zu vergleichen und ganz ehrlich gesagt - ja durchaus.
Aber die Grenzen werden immer dünner.

Jon Jafari sagte mal "Its not about social justice if you yourself become the new bully" und das glaube ich ganz fest.

Es ist nicht mein Gedanke zu verallgemeinern. Ich denke, dass es genügend Leute da draussen gibt, die erwachsene Menschen sind, aber ich würde gerne mal von jemandem hören, der von sich behauptet "Ich bin Clawgender [whatever] und ich habe lang und genau darüber nachgedacht und bin zu keinem andere Ergebnis als diesem gekommen."

Einerseits seh ich es natürlich genauso - jeder soll machen was er für richtig hält. Aber auf der anderen Seite gibt es anderen jungen Menschen einfach den falschen Eindruck von der Welt. Man kann nicht einfach einen Schuttberg aufstellen, raufklettern und sagen, ich bin der erste der ihn beklommen hat. Also kann man schon, aber es macht dich nicht zu einem besonderen - und vor allem nicht zu einem besseren Menschen.

Es gibt genügend Menschen, die wirkliche Probleme damit haben nicht genau zu wissen wo sie hingehören. Diejenigen, die sich diese Probleme zum "Hobby" machen, sind die, die diejenigen ebenso sehr mit Füßen treten wie bedröppelte Homophobes auf der Straße, nur auf andere Art.

Now - ich will nicht sagen, dass die Leute die solche Behauptungen anstellen alle was böses vorhaben. Ich glaube tatsächlich, dass viele Leute einfach auch psychische Probleme haben, die nicht zuletzt von der Gesellschaft erzeugt werden. Identitätskrisen sind wohl die am meisten zunehmenden Probleme unter Jugendlichen. All die persönliche Freiheit - zu werden und zu tun was immer du willst - sorgt bei vielen Menschen für eine Perspektivlosigkeit. Diesen Menschen wird aber nicht geholfen. Sie werden eher verachtet. Warum hast du eigentlich noch keine Kinder? Willst du nicht mal langsam mit dem Studium fertig werden? Du bist doch schon xx Jahre alt. Das kommt, weil die Selbstfindung ein integrer Part unser westlichen Kultur geworden ist und es fast schon erwartet wird, dass man das macht, oder sich damit abfindet nen nine-to-five-Job zu haben. Leute, die sich weder selbst gefunden haben, noch in der LAge sind sich abzufinden, gucken in die Röhre. Das muss natürlich nicht nur auf den Karrierepfad zutreffen. Auch auf die Sexualität.


Es ist kein leichtes Thema und ich will es auch gar nicht marginalisieren. Aber natürlich sind Meinungen im Internet immer polarisiert. Egal ob nun in die eine oder die andere Richtung.
Die einen sagen, Veganismus wird unsere Welt retten
die anderen sagen, dass es alles schlimmer macht.
Hat nur einer von beiden recht? Nein. Es ist wahrscheinlich eher irgendwas in der Mitte.

Deshalb heisst diese "Kollumne" ja auch "Nullius in Verba" - "Take nobody's word for it" - not even mine.
Ihr könnt anderer Meinung sein - das ist völlig okay. Aber wir müssen uns ja deshalb bspw. nicht hassen. Ein Disput der erwachsen abläuft ist das beste was passieren kann. Der Sinn einer Diskussion ist nicht immer "Sieg" oder "Niederlage" (ein Fakt, den Diskussions-Gruppen in Schulen leider selten bemerken) sondern das Öffnen von Augen.

Du, Azuka, hast mir beispielsweise grad gezeigt, dass ich wohl etwas zu verallgemeinernt geschrieben habe. Ja - stimmt wohl. Nehme ich so an und kann meine Meinung etwas genauer erklären. Und so werden Menschen klüger. Nicht durch stupides Auswendiglernen von Formeln. Sondern durch kritischen Diskurs unter Ausschluss von Animositäten ^^

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